Die Geschichte der 5 Gailtaler
Geschrieben von: Administrator   

 

Im Jahre 1976 waren Gerhard, Franz, Philipp und Klaus Mitglieder beim Grenzlandchor Arnoldstein und auffallend an den vier Sängern war schon damals die Vorliebe, immer wieder im Quartett zu singen. Da sich das damalige, ausgezeichnete Quintett des Chores auflöste, gab Gretl Komposch, die Leiterin des Grenzlanchores uns Vieren den Auftrag, den für einen Fünfgesang noch fehlenden 1. Bass zu nominieren und zukünftig das Quintett des Chores zu bilden.

Das mußte besprochen werden und wir trafen uns am 24.12.1976 in einer kleinen Konditorei in Nötsch. Damals noch jung, frisch und ledig, sangen wir bis in die frühen Abendstunden und wurden zuhause wegen des späten Eintreffens am Heiligen Abend eher verhalten empfangen. Der lange Nachmittag war aber die Geburtsstunde unseres Quintetts, welches in den nächsten Jahren von Peter Preisegger komplettiert wurde und fixer Bestandteil von Auftritten des Grenzlandchores war.

Im Jahre 1980 erhielten wir eine verheißungsvolle Einladung nach Kanada. Unser leider viel zu früh verstorbener Freund Max Brandstätter, der uns oft an Kirchtagen in Feistritz/Gail gehört hatte und unseren Gesang sehr mochte, engagierte uns zur Eröffnung des Österreichisch – Kanadischen Clubhauses in Calgary. Da Peter zum geplanten Termin verhindert war, wir aber diese Reise nicht versäumen wollten, suchten wir einen 1. Bass, der unsere Lieder im wesentlichen intus haben sollte. Erich Bauer, ein routinierter Sänger und ungemein sympathischer Freund, nahm unsere Einladung sofort an. Bald hatten wir unser Repertoire erarbeitet und verlebten in Kanada wohl die intensivsten und schönsten Tage unseres Sängerlebens.

In gesanglicher Hinsicht waren die nächsten Jahre - bedingt durch Familiengründungen, Hausbauten und Studien - geprägt von seltenen Proben und spärlichen Auftritten. Anfang der 90-er Jahre beschlossen wir aber, zumal wir zwischenzeitlich nicht mehr im Grenzlandchor vertreten waren, wieder häufiger zu singen und zu proben. Einen ganzen Nachmittag sinnierten wir, welchen Namen unsere nun unter anderen Auspizien geformte Gruppe erhalten sollte; es kristallisierte sich letztlich auf Grund unseres Nahverhältnis in jeglicher Beziehung "5 Gailtaler" heraus. Mitten in den Vorbereitungen zu unserem ersten Konzert verstarb völlig unerwartet Erich Bauer. Unser lieber Freund und geschätzter Mitsänger, der uns in vieler Hinsicht Beispiel war, der mit seiner charmanten Art und positiven Einstellung immer und überall willkommen war, starb mit fünfzig Jahren und hinterließ nicht nur seine trauernde Familie, sondern auch vier verzagte und betroffene Gailtaler.

Eigentlich wollte keiner von uns weitersingen und erst Ingrid, die Gattin Erichs, überzeugte uns davon, daß dies keineswegs im Sinne unseres verstorbenen Freundes gewesen wäre. Es entstand die Idee, das Konzert unserem Erich zu widmen und mit Gastsängern aus anderen Kleingruppen durchzuführen. Für die anspruchsvolleren Lieder hatte Klaus einen Sänger parat, den er zu Studienzeiten in Graz kennen und schätzen gelernt hatte und von dem er wußte, daß er sich auch schwierigste Sätze in kürzester Zeit aneignen konnte. Gerhard, Franz und Philipp kannten ihn nicht und waren eher skeptisch, denn unser Konzert stand vor der Tür!

Nach der ersten Probe mit Gerald Karnel war ihnen aber klar, daß Klaus mit seinen Schilderungen eher untertrieben hatte und mit Gerald auch ein weiterer Bestand der Gruppe garantiert war.  Das erste selbstveranstaltete Konzert im Mai 1994 war also Abschied und Neubeginn zugleich. Der “Neue” freute sich, bei uns einzusteigen und wir verdanken ihm nicht nur den Fortbestand unsere Gruppe, sondern auch unzählige neue Sätze und Arrangements fernab alpenländischer Volkslieder, die er uns auf den Leib schneiderte. In kürzester Zeit integrierte er sich nicht nur stimmlich sondern auch menschlich in den beinahe ¼ Jahrhundert alten Gesang von 5 Gailtalern.

Klaus, September 2000