Klaus Napokoj - 2. Bass

Schon in frühester Kindheit sang ich Gassenhauer wie „Kalkutta liegt am Ganges“ oder „Marina, Marina“ lautstark jedem, der es hören wollte, vor. Meine Mutter Julia war sehr musikalisch, über 25 Jahre Sängerin beim Grenzlandchor und vermittelte mir die Freude am Singen. Die innige Freundschaft mit der Familie Komposch – Gretl war ja jahrzehntelang Leiterin des berühmten Ensembles – war geprägt vom gemeinsamen Gesang, ich war immer wieder bei der Entstehung neuer Lieder dabei und beim Korrepetieren von Kompositionen Gretls integriert.
Als junger Bursche flitzte ich mit meinem Moped zu den Kirchtagen im unteren Gailtal und zog wilden Männergesang den eventuell verheißungsvollen Tänzen mit wohlgesonnenen Mädchen vor. Immer wieder traf ich bei solchen Anlässen Gerhard, Franz und Philipp, die ich ja vom Grenzlandchor her kannte und wir wurden bald gerngesehene Mitsänger, die in Gasthäusern und unter der Linde die arrivierten Sänger unterstützten.
Auch beim Studium der Medizin in Graz verbrachte ich viel Zeit mit Singen und gründete bald ein wohlklingendes Studentenquartett. Der leider viel zu früh verstorbene Othmar Schlatte, Dietmar Pacher, als Gynäkologe in Villach tätig,  Helwig Keber, der einer Rechtsanwaltskanzlei in Graz vorsteht, waren allesamt ausgesprochen lustige Studenten und ausgezeichnete Sänger. Wir sangen auch beim Chor der Kärntner Landsmannschaft und zeichneten für eine signifikante Verjüngung der zu dieser Zeit etwas ergrauten Belegschaft verantwortlich. Ende der 1970er Jahre schloß ich mich dem Studentenchor Pro Musica, der vom legendären Wolfgang Wulz gegründet wurde, an und lernte vor allem klassische Chorliteratur kennen. Einige Auftritte als Gastsänger und Solist bei vielen anderen Veranstaltungen diverser Chöre trugen sicherlich zu meinem zeitlich relativ ausgedehnten Studium bei.
Nach der Promotion 1984 war ich 20 Jahre im LKH Villach als Anästhesist und Intensivmediziner tätig und bin seit 2004 praktischer Arzt in Nötsch im Gailtal. Optimale Unterstützung bei meinem Beruf leistet mir meine Gattin Andrea. Die Söhne Johannes und Andreas sowie Tochter Nicola studieren, kommen aber immer wieder gerne zu uns nach Hause, im Sommer zum Ossiachersee, im Winter nach Nötsch.
Großvater und Vater weckten mein Interesse für die Jagd schon in frühester Jugend und so wurde auch ich ein begeisterter Jäger, der viel Freizeit im Wald und auf unserer Jagdhütte in den östlichen Ausläufern der Karnischen Alpen verbringt. In geselligen Jagdrunden stelle ich Hirschen, Rehböcken und Wildschweinen aber auch in Ungarn und Slowenien nach.
In den letzten Jahren fasziniert mich zunehmend die Arbeit im Wald und ich finde den erforderlichen körperlichen Ausgleich beim Bestreben, den Forst zeitgemäß zu gestalten. Gerne spiele ich auch Tennis, weniger gerne begleite ich meine sportliche Angetraute bei schweißtreibenden Aufstiegen mit Tourenskiern.
Die musikalische Konstante, die sich durch all’ die Jahre zog, sind immer Gerhard, Franz, Philipp und Gerald gewesen. Sie sind auch die letzten Weggenossen meiner interessanten sängerischen Karriere und ich werde dereinst wohl auch meinen musikalischen Abschied mit diesen Freunden begehen.
Dann setze ich mir Kopfhörer auf und höre meine Lieblingsinterpreten. „Songs in the key of life“ von Stevie Wonder und das für mich beste Vokalensemble dieses Planeten, take 6, muss man einfach gehört haben. Rustikaler, aber umso vergnüglicher und heimisch sind die „Global Kryner“ und „Mnozil Brass“.
Bisweilen werde ich aber auch den 5 Gailtalern lauschen und mich der vielen schönen Jahre gemeinsamen Gesanges und Erlebnissen entsinnen.