Philipp Kaiser - 1. Tenor

Am Tage Mariä Geburt 1953 erblickte Philipp im Sternzeichen der Jungfrau das Licht der Welt. Schon in frühester Kindheit fand er den ersten sängerischen Lehrmeister in der Person seines Onkels Hans Müller. Leider war dieser damals auf der Gendarmerieschule in Wien, doch bei seinen Heimaturlauben wurde immer gesungen und auch musiziert. Hans spielte Ziehharmonika, Philipp schaute aufmerksam zu und brachte sich auf einer kleinen, blauen Hohner das Spiel selbst bei. So überraschte er schon im Volksschulalter seinen Onkel nicht nur mit stimmlichen Vorzügen, sondern auch mit zunehmender Virtuosität auf der kleinen „Quetschn“ und kam seinem Ziel, Onkel Hans in musikalischer Hinsicht gleichzuziehen, immer näher.
Bald wurde Philipp vom Onkel auch ins Gasthaus mitgenommen, denn dort frönte man immer wieder dem wilden Männergesang. In der Freizeit trafen sich die sangeswilligen Burschen regelmäßig zum gemeinsamen Gesang, um es deftig klingen zu lassen. Besonders ein Cousin von Onkel Hans, der legendäre Franz Kuglitsch aus Hohenthurn, wurde in seinem Gasthaus heimgesucht. Nächtelanges Thekenstehen war die Folge und nicht zuletzt auch die Voraussetzung dafür, dass sich Philipp dort den letzten Schliff holte. Er lernte nicht nur unzählige Lieder kennen, sondern auch alle Stimmlagen zu singen und wurde unter den alten Recken bald respektierter und gerngesehener Sangesbruder.
Ein solcher Gasthausgesang mit seinem Onkel und Franz im Gasthaus Achatz in Feistritz/Gail war 1970 auch ausschlaggebend, bei Gretl Komposch für eine Aufnahme beim „Grenzlandchor Arnoldstein“ vorzusingen. Noch am gleichen Tag durfte Philipp bereits die erste Probe beim Grenzlandchor bestreiten. Eine über 20 Jahre bestehende Mitgliedschaft mit schönen Erlebnissen und vielen unvergesslichen Einsätzen waren Lohn für seine sängerischen Bemühungen.
Die beruflich bedingte Emigration aus dem Gailtal nach Seeboden wurde Philipp durch die Verehelichung mit seiner lieben Waltraud im Jahre1980 ganz leicht gemacht. Zwei bildhübsche Töchter, Cornelia und Kerstin, entsprangen der glücklichen Gemeinschaft und im schmucken Heim bewundert Philipp immer wieder seine drei liebsten Damen.
Nach der Ära beim Grenzlandchor blieb mehr Zeit fürs Singen mit den „5 Gailtalern“, aber auch der Wildgesang wurde nie vernachlässigt und Zusammenkünfte mit Onkel Hans, Franz Kuglitsch, Ossi Jochum und Quintettfreund Gerhard Hohenwarter sind nach wie vor unverzichtbarer Bestandteil der spärlichen Freizeit.
Der Wunsch, als „Gailtaler Reiter“ mit eigener Pferdezucht und Hacklerregelung bald in die wohlverdiente Pension zu gehen, ist ein frommer. In der Realität klingt neben der Steirischen Harmonika sehr oft die Motorsäge, um für wohlige Wärme im Haus zu sorgen.
Wer noch nicht von einem Krokodil gebissen wurde, kann ja einmal Philipp die Hand schütteln: etwas weniger schmerzvoll wäre eine Geschwindigkeitsübertretung in Seeboden, die der Gruppeninspektor Freunden des Quintetts mit einem Schmunzeln im Gesicht sicher etwas günstiger gestalten würde.