Gerhard Hohenwarter - Quint

Gerhards Eltern waren sehr wohl musikbegeistert, - die Mutter spielte am Akkordeon, der Vater auf der Trompete - jedoch gesungen wurde in der Familie kaum. Mit 16 Jahren lernte er in Feistritz / Gail den Wildgesang, der meist im Gasthaus Kaiser oder Achatz stattfand, kennen. Der alte „Schweizer“ (Martin Godec), dessen Sohn Raimund, „Tinki“ (Valentin Pipp) und „Fleischker“ (Josef Druml) waren die gesanglichen Vorbilder und weihten Gerhard in die Kunst des „Zuabesingens“ ein.
Als Student in Graz versuchte er sangesbegeisterte Kollegen um sich zu scharen, widmete sich aber größtenteils dem Schlagzeugspiel in einer Band, mit welcher er - vor allem während der Sommermonate profihaft - kommerzielle Musik machte und dabei einiges an Geld verdienen konnte.
Nach dem Studium trat er den Beruf als Lehrer für die Fächer Geschichte und Geographie am Bundesgymnasium Peraustraße in Villach an und war ab Frühjahr 1974 in seinem damaligen Heimatort Feistritz/Gail für einige Monate Mitglied der Singgemeinschaft Oisternig (Ltg.: Dir. Alois Leiler).
Nebenbei versuchte er sich - leider nur für kurze Zeit - mit den Lehrmeistern aus der Jugendzeit, Raimund, Tinki und Jos, jetzt schon etwas organisierter, im Quintettsingen, wobei sich ihnen ein junger Bursche aus Dreulach, ein gewisser Philipp Kaiser, als 1.Tenor anschloss. Als namenlose Gruppe konnten die 5 Herren sogar einige Auftritte bei unterschiedlichen Anlässen im Unteren Gailtal absolvieren.
Im September 1974 kam Gerhard über Vermittlung seines  Lehrerkollegen  Pepo Resei zum „Grenzlandchor Arnoldstein“ und schon im Juni 1975 durfte er bei einem Chorauftritt in Passau als noch junger Sänger aushilfsweise im ehrwürdigen Quintett des Grenzlandchores mitwirken. Gerhard begleitete den Chor bei vielen Auslandsreisen, die ihn unter anderem nach Südafrika, Brasilien und in die Vereinigten Staaten führten und schied im Jahre 1987 freiwillig aus dem Chor.
Neben seiner Tätigkeit beim Grenzlandchor war er von 1975 bis 1978 auch Mitglied des „Gmündner Quartetts“. Gemeinsam mit dem Gemischten Chor „Koschatwiege Viktring“ unternahmen die vier ( Reinhard Kühr, Manfred Tischitz, Wolfgang Tragatschnig und Gerhard) im Jahr 1976 eine Auslandsreise nach Mexiko.
Seit der Verehelichung mit Waltraud im Jahre 1978 und der Geburt der Kinder Elisabeth, Michael und Gerhard gilt sein Hauptinteresse natürlich der Familie. In der Freizeit widmet sich Gerhard neben dem Gesang noch dem Bergwandern im Sommer und dem Schitourengehen im Winter. Eines seiner besonderen Steckenpferde ist die Gletschermessung bzw. die Gletscherbeobachtung in den Karnischen Alpen und in den Hohen Tauern.
Seit 1989 fungiert Gerhard - mit Unterbrechungen -  auch als  „Trainer“ von fünf sangesbegeisterten Männern der Bauerngman Villach.
Eher durch Zufall stieß er in den 1990er Jahren auf eine weitere sangesfreudige Männerrunde. Leider treffen sich diese Sänger (Franz Einöder, Werner Kelz und Rudl Kristler) nur noch selten, aber von ihnen lernte Gerhard viele unbekannte Lieder, von denen  einige sogar Aufnahme in das Repertoire der „5 Gailtaler“ fanden.
Während der letzten Jahre frönt Gerhard wieder vermehrt dem urwüchsigen Gasthausgesang. Gemeinsam mit Philipp treffen sie einige Male im Jahr im Gasthaus Kuglitsch in Hohenthurn mit ihren Wildsängerfreunden Franz Kuglitsch, Hans Müller, Ossi Jochum und Karlheinz Pemberger zusammen. In geselliger Runde wird mit Herz und ausschließlich zur persönlichen Freude gesungen. Dabei wird nicht nach Perfektion gestrebt, sondern in unakademischer Art alt überliefertes bodenständiges Liedgut zelebriert, wobei es immer wieder vorkommt, dass während des Gesanges unter den Sängern die Stimmen beliebig getauscht werden.