19.10.2014 Fest der Stimmen in Graz
Geschrieben von: Klaus   

Wir treffen uns bei Franz, um uns für einen langen, gemeinsamen Tag einzusingen. Zu Mittag werden wir im Gasthof zur Post von den Seniorinnen und Senioren Feistritz Gail's, die Bürgermeister Dieter Mörtl zu Essen eingeladen hat, erwartet. Auch wir dürfen nach unseren gesanglichen Darbietungen am Mittagessen teilnehmen und haben angeregte Gespräche mit den geladenen Gästen, deren Alter ja nur unwesentlich höher als das der meisten Mitsänger ist.

Unser Mann für Graz, Gerald, chauffiert uns wieder an den teuersten Parkplatz Österreichs, dessen Nähe zum Stefaniensaal aber für uns sehr opportun ist. Beim 20. Fest der Stimmen, welches vom Chor und dem Singkreis der Kärnter in Graz alljährlich veranstaltet wird, sind wir - und das dünkt mir eine große Ehre zu sein - das 5. Mal eingeladen. Geschäftiges Treiben herrscht in den Proberäumen des an diesem Abend voll gefüllten Stefaniensaals, allein die Allianz der beiden Kärntner Chöre in Graz umfasst an die 70 Sänger.

Das ottetto lussari hat sich aus dem quintetto feminile lussari nach dem tragischen Tod von Gerti Schnabel, die 11 Jahre zuvor unter tragischsten Umständen der Unwetterkatastrophe in Uggowitz zum Opfer fiel, entwickelt. Nach wie vor haben die vier stimmstarken Frauen gesanglich die Hosen an und nicht einmal 6 Männer, die das Oktett zum Dezett machen, sind imstande, die dominanten Damen zu übertönen. Ob italienisch, slowenisch oder kärntnerisch, die Gruppe interpretiert alles authentisch und lupenrein.

"De V(a)lott'n"  sind ein hervorragend eingespieltes Trio, in dem Warmuth Michaela Klarintette, Uhr Michael die Steirische und Ebner Jakob die Posaune zu einem wirklich herrlichen Wohlklang fusionieren. Der Sound hat durchaus höchst professionelles Niveau und verbreitet Gänsehaut.

Die Kärntner in Graz treten nur an diesem Abend zusammen auf und wenn der kleinere Singkreis unter Günther Brand und der stimmenstärkere Chor unter Stefan Gruber singen, braucht man sich um den Fortbestand des wichtigen gesanglichen Einfluß der Kärntner in der Steiermark keine Sorge zu machen.

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Wie immer feinsinnig, spitzfindig und auserlesen führte Hans Mosser, unser lieber Freund, der uns einmal als "Jahrhundertquintett bezeichnete, durch das Programm. Er ist uns einfach sehr gewogen und tätigte die Aussage ja am Beginn des 21. Jahrhunderts, nachdem er uns schon aus dem 20. Jahrhundert kannte, also zu Zeiten, die für die meisten Menschen nicht mehr nachvollziehbar sind.

Franz hatte diesmal hauptsächlich Jägerlieder für uns ausgesucht, wir hatten, nachdem wir ja bereits 4 Mal vor Ort waren, unsere "Hits" und Gassenhauer schon alle aufgeführt und somit verbraucht. Die Performance dürfte trotzdem in Ordnung gewesen sein und mit der Draufgabe in Form von "pock ma zomm und gemma" konnten wir die sonst meist zelebrierte Deftigkeit wieder in Erinnerung rufen.

Ein gemütlicher Ausklang im Gösserbräu und Gespräche mit lieben Freunden, die weit über den Tellerrand blicken - dies taten übrigens auch die Wienerschnitzel mit einem Durchmesser jenseits von 30 cm - beendeten einen wirklich launigen und bunten Abend. Nachdem das Platzangebot für drei ausgewachsene Männer im Fond von Geralds Auto ausgesprochen krampf- und thromboseauslösend ist, mussten doch einige Krügel Gösser prophylaktisch, ja nahezu therapeutisch lebensverlängernd vor dem Einzwängen in die Nähkiste eingenommen werden. Wie immer traumwandlerisch sicher brachte Gerald seine leicht narkotisierten Gesangskollegen knapp vor Mitternacht nach Hause.



 
15.10.2014 Probe in der Post
Geschrieben von: Klaus   

So oft wie in diesen Zeiten haben wir uns schon lange nicht mehr getroffen und man gewöhnt sich nahezu aneinander. Wir sind an jedem Wochenende unterwegs und müssen daher auch regelmäßig proben. Die drei im Ruhestand befindlichen Kollegen haben jetzt natürlich sehr viel Freiräume und nehmen auf die zwei berufstätig verbliebenen "Freunde" überhaupt keine Rücksicht!

Mit etwas Wehmut ist in diesen Tagen festzustellen, daß das Durchschnittsalter der Gruppe jenseits von 60 (in Worten: sexzig) angesiedelt ist. Vorerst wollen wir aber unseren Namen behalten, 5 Geriataler, 5 Seniltaler, 5 Antiktaler, 5 Ergrautaler, 5 Uraltaler, 5 Greisentaler oder 5 Betagtaler wären aber Alternativen für die "Zukunft"!

 
11.10.2014 2. Pörtschacher Kleingruppensingen
Geschrieben von: Klaus   

De Klangfuata, ein gemischtes Oktett unter der Leitung von Sabine Krammer, haben uns eingeladen, um an diesem lauen Oktoberabend im Pörtschacher Kongresscenter den Abend mitzugestalten. Schon im Vorfeld werden wir backstage in jeder Weise verwöhnt und lernen die Teilnehmer des Abends kennen.

Der MGV Pörtschach unter der Leitung von Roland Loibnegger bringt dann unter anderem eine von uns noch nie gehörte, von Gote Herzog komponierte, originelle Polka zu Gehör. Wie immer überzeugend in Interpretation, Stimmigkeit und Bühnenpräsenz unsere höchst geschätzten Kolleginnen vom Terzett Mundwerk. Es ist eine Freude, wie locker und doch exakt die drei Damen einen Bogen vom Mölltal bis Trinidad spannen! De Klangfuata sind drauf und dran, eine CD mit den in den letzten Jahren erlernten Liedern zu produzieren und hätten sich an diesem Abend zweifellos mehr Zuhörer verdient. Es ist mir nicht erklärlich, warum man den ohnehin nicht riesigen Saal nicht füllen konnte, zumal im ersten Teil des Abends Manfred Tisal, wohl einer der humorvollsten und launigsten Sprecher des Landes, durch das Programm führte. 

Nicht unbedingt Blickfang, aber akustisch, so meine ich, einigermaßen ansprechend die 5 Herren aus dem Gailtal, die noch von guten, alten Zeiten, in denen es gelang, zwei Mal das Congress Center in Villach zu füllen, schwärmen können!

 
3.10.2014 Galakonzert im Stefaniensaal Graz
Geschrieben von: Klaus   

MEN POWER lautet das Motto einer vom musikalischen Tausendsassa, Franz Herzog, organisierten Veranstaltung, in deren Rahmen ein Workshop für Knaben- und Männerchöre mit einem abschließenden Galakonzert dem Publikum der Männergesang schmackhaft gemacht werden sollte. Leider gibt es zu dieser Zeit im Grazer Raum unzählige Messen und diverse andere Veranstaltungen und rund um Graz hunderte von Erntedank-, Weinlese- und andere Trinkfeste. Daher sei schon eingangs erwähnt, daß der wunderbare Stefaniensaal leider nur sehr schütter besetzt war.

Am Beginn stand der Steirische Jägerchor, den Margit Weiss gekonnt durch ein kurzes Programm mit jagdlichen Liedern führte. Danach tummelten sich wohl an die 70 Sänger von 6 - 17 Jahren auf der Bühne, Matthias Unterkofler gelang es aber, die Grazer Kapellknaben zu bändigen und durch ein abwechslungsreiches Programm zu führen. Nachdem der Kindergarten die Bühne räumte, war Platz für die Senioren und ich denke, daß sich die 5 Gailtaler recht gut präsentierten.

Noch vor der Pause dann aber ein musikalischer Leckerbissen in Form der Voices Unlimited aus Salzburg. Die acht jungen Kollegen brillierten mit glasklaren Stimmen, fetzigen Arrangements mit dazu passenden, nicht aufdringlichen Showelementen ... von dieser Formation wird man sicher noch hören.

Nach der Pause gaben wir uns den angekündigten Höhepunkt des Abends, den Coro Polifonico di Ruda. Ruda ist eine kleine Ortschaft in der Nähe von Udine und verfügt über zwei Männer- und einen Frauenchor, wobei der unter der Leitung von Fabiana Noro stehende, kopfstarke Männerchor das Aushängeschild der Region darstellt. Es war von Anfang an faszinierend, wie die höchst attraktive, elfenartige, drahtig- sehnige, die 40 kg Körpergewichtsmarke kaum überschreitende Schönheit die unzähligen Tonnen heißblütiger und leidenschaftlicher Friulaner sprichwörtlich mit dem kleinen Finger im Griff hatte. Mit romanisch angehauchten moltissimo possibile adagios und piano pianissimos zauberten die Herren bisweilen Klangwolken in den Saal, die man in dieser Ausgewogenheit und Stimmigkeit nur selten zu Gehör bekommt.


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Fabiana und Franz

Natürlich wurde es sehr spät, aber wir durften am einer Veranstaltung teilnehmen, die gesanglich recht anspruchsvolle Leistungen präsentierte und einige Zeit nach Mitternacht stellte uns Gerald am Ausgangspunkt unserer Reise, in Villach, wieder zu.

 
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