2010



11.10.2010: 

Probe bei Klaus: am Beginn steht ein "Gailtaler" Oktoberfest, das sich im Gegensatz zum Münchner Verwandten wesentlich ruhiger und sogar noch einträchtiger als die gerade abgeschlossenen Feiern zum 10. Oktober gestaltet. Der Ablauf mit Weisswürsten, Weissbier, Brezen, Kartoffelsalat und der unvermeidliche süsse Abschluss in Form eines Tiramisu lassen unseren Gast, "Don Claudio" Klaus Krieber, staunen, aber die Gailtaler müssen vor einer Probe adäquat aufgetankt werden. Klaus hat sich in aufopfernder Weise um unser Liederbuch bemüht und weiht uns in die Geheimnisse der neuen Homepage, die auch von ihm gestaltet wurde, ein. In wenigen Tagen werden unsere Freunde und Besucher eine farbenprächtige, moderne und übersichtliche neue Website vorfinden. Eine konzentrierte Probe für die 3 Auftritte im November, nahezu mystische Besprechungen, die ohne Franz stattfinden ... was das wohl wird? - Klaus -



6.10.2010: 

Auftritt im Bambergsaal zu Villach. Die Teilnehmer des BIONIC Symposiums bekommen 5 Gailtaler zum Abschlußabend Ihres Seminars präsentiert. Bionic steht für die Entschlüsselung von Erfindungen der belebten Natur und ist ein interdisziplinärer Bereich, der Biologie und Technik vereint. Wir konnten in Erfahrung bringen, daß dieser Wissenschaft in Zukunft größte Bedeutung beigemessen wird und die BRD rund 17 Milliarden (!) Euro zukünftig in diesen innovativen Zweig investiert.

Die Teilnehmer zeigten sich auch unseren Vorträgen höchst aufgeschlossen, interessiert und sichtlich beeindruckt hörten die Wissenschaftler aus allen Teilen Europas unsere Lieder und applaudierten lautstark. Mit dem war angesichts der runden Tische und den darauf befindlichen gefüllten Gläser nicht zu rechnen, doch war unsere Liedauswahl anscheinend gelungen und so wurden nach dem Auftritt einige neue Kontakte geknüpft. Ganz nett war der mit einer hervorragend gebauten jungen Maid, die uns für ein Wunschlied Bier kredenzte. In Zukunft werde ich die Bierdeckel der Villacher Brauerei ein wenig genauer inspizieren, ziert doch das Konterfei dieses Wonneproppen eine neuere Ausgabe der Untersätze, auf die man den beliebten Gerstensaft stellt. - Klaus -



29.9.2010: 

Michael Steuer hat uns für die Sendung "Treffpunkt" Kärnten eingeladen und statt an diesem Abend wieder einmal zu proben, fahren wir ins Landesstudio des ORF Kärntens. Nach langem treffen wir wieder einmal ein Urgestein der Musikszene, Franz Posch, dessen TV - Sendung "mei liabste Weis" seit 22 (!) Jahren vierteljährlich im ORF ausgestrahlt wird. Es ist faszinierend, wie der vielbeschäftigte musikalische Allrounder sich noch der Sendung von 1996 entsinnen kann ... damals sangen wir auf dem Plöckenpass für Franzl. Unser lieber Freund Josef Nadrag hört sich sichtlich interessiert unsere Story vom fertigen und bald erscheinenden Liederbuch an und wird uns demnächst eine längere Werbemöglichkeit im Radio ermöglichen. Wir singen eine dem nahenden 10. Oktober opportune Kombination aus "Schau I von da Dobratschwand" und "Domovina, mili kraj". Letztendlich entsprechen wir auch dem Wunsche Franz Posch's und singen mit ihm gemeinsam eine Strophe von "I hab di gern". Carl Hannes Planton führte charmant und humorvoll wie immer durch eine Sendung, die am 9. Oktober in ORF Kärnten ausgestrahlt wird. Wie sie wohl ausschauen werden, die 5 alten Gailtaler Herren ? Gesungen haben sie auf jeden Fall recht brav, der Mitschnitt ist wirklich live und keine Konserve! - Klaus -

Foto ORF /Wieser

Foto ORF /Wieser



26.8.2010: 

Treffen bei Philipp: mitten in der Sommerpause vergattert uns der gestresste Obmann zu einer Zusammenkunft. Gerhard erlebt seinen ersten Sommer als Pensionist und statt sich gemütlich zurückzulehnen und seine bewegte Karriere als Professoer an der AHS Perau Revue passieren zu lassen, bereist er mit seiner Göttergattin halb Europa und kümmert sich zwischendurch äußerst engagiert ums Procedere des Liederbuchs. Nachdem Franz und Gerald alle Lieder korrigiert haben, steht dem Druck aber auch schon gar nicht mehr im Wege!

Nach äußerst bekömmlichen Tagliatelle und einer interessanten Nachspeisenkreation, die wie üblich bei Franz landet und von dort erst widerwilligst und höchst ungerecht aufgeteilt wird, besprechen wir unsere für November geplanten Projekte. Die Hauptpräsentation des Liederbuchs wird im kleinen Rahmen am 5.11. in Feistritz / Gail erfolgen, für die Öffentlichkeit und alle unsere Freunde, die den Weg ins Gailtal nicht auf sich nehmen wollen, treten wir am 14.11. im Casineum zu Velden auf.

Zwischenzeitlich bereist der Obmann die Normandie, Franz plant sich durch den Gargano durchzuschlemmen, Gerald will in Kroatien die Seele baumeln lassen, nur Philipp und ich begnügen uns mit lokal begrenzten Tagesausflügen. Danach beginnt aber wieder der Ernst des Lebens und um zu manifestieren, daß wir uns ja eigentlich als Sänger getroffen haben, singen wir noch glatt drei Lieder an .... und das im Urlaub! - Klaus -



7.7.2010: 

Auftritt im Konzerthaus Klagenfurt: Wolfgang Czeipek, ein äußerst charismatischer Zeitgenosse, Leiter der Jeunesse - Kärnten und bedingungsloser Fan von Gustav Mahler ist der alleinige Protagonist einer Aufführung, die sicherlich Seltensheitswert hat. Ein erlesenes Publikum, das den Konkurrenzveranstaltungen an diesem Abend die Stirn bietet - Seal auf der Wörtherseebühne, Festival der Chöre in Pörtschach, Halbfinale Spanien - Deutschland um einige zu nennen - bekommt Alban Bergs Konzert für Violine und Orchester "Dem Andenken eines Engels" und Gustav Mahlers 5. Sinfonie in cis-Moll zu Gehör.

Bei den Proben sehen wir zum ersten Mal das 90 Kopf starke Radio Symphonieorchester Slowenien aus Laibach und es mutet schon ein wenig vermessen an, unsere 2 Lieder mit den Profis im Rücken zu proben. Wolfgang Czeipek hatte - wohl erstmalig in der Historie derartiger Konzerte - die Idee, am Beginn des Abends im Programm enthaltende Melodien a capella vortragen zu lassen. So haben wir fünf die Ehre, "A Vögle aufn Zwetschknbam" und danach im Quartett mit Verena Wurzer, Christina Primschitz und Franz "Es ist genug" von Johann Sebastian Bach zu intonieren.

Ich denke, daß beide Ensembles ihre Aufgaben zufriedenstellend bewältigt haben, das etwas konsternierte Publikum wurde unmittelbar im Anschluß unserer Vorträge von Wolfgang Czeipek aufgeklärt. Seine innovativen Ideen, die Liebe zur Musik und Kärnten beschreibt er im Radio - der Abend wurde live übertragen - und bei der Heimfahrt hören wir nicht nur seine interessanten Ausführungen im Interview mit Josef Nadrag, sondern auch die makellose Aufführung des Konzertabends mit dem imposanten Orchester aus Laibach. Wir haben zwar nur einen sehr kleinen und bescheidenen Beitrag an diesem Abend beigesteuert, doch ich habe den Eindruck, daß alle ob der ehrenvollen Einladung mit stolzgeschwellter Brust nach Hause fahren.

Persönlich finde ich es im Nachhinein eigentlich schade, daß der Abend vuvuzellierend beim public viewing auf dem Dorfplatz zu Feistritz Gail banal, ja nahezu primitiv, endete. Ich hatte schlechtes Gewissen, ein Fußballspiel der wunderbaren Musik im Konzerthaus vorzuziehen .... das nächste Mal!

Es beginnt nun unsere Sommerpause, in der wir kaum Auftritte absolvieren, aber an unserem Liederbuch, das angeblich ein echter "Hammer" wird, arbeiten werden. 5 Gailtaler zerstreuen sich alsbald in alle Winde, um dann im Herbst wieder entsprechend anzufahren und ihr Herzblut, das im Zeitraum von über 35 Jahren erarbeitete Liedgut, in Buchform zu präsentieren. Bis dahin grüsse ich die treuen Besucher unserer Homepage, freue mich auf ein Wiedersehen und wünsche einen geilen Sommer - Klaus -

es ist genug ...

drei ehemalige Sänger des Pro musica Graz



7.7.2010: 

Anfragen aus aller Welt, von Alaska bis Australien , sind während der letzten Tage bei mir eingelangt, alle mit dem gleichen Wunsch: die Menschen möchten wissen, wie unser berühmter Chronist eigentlich aussieht. Nun, das Geheimnis sei hiermit gelüftet. Da ist er, jener Mann, der mit seinen treffenden Beschreibungen und spitzen Kommentaren Ereignisse in atemberaubender Geschwindigkeit zu Papier bringt und seine große Anhängerschar allemal in Jubelstürme ausbrechen lässt. - Gerhard -

leicht andächtig während der Gipfelmesse am Oisternig

leicht schmunzelnd in Erwartung des von Philipp servierten Mittagstisches

überraschend schüchtern sitzend an der Seite einer hübschen Blondine



3.7.2010: 

Wanderung auf den Oisternig! Die Singgemeinschaft hat uns zu einer Gipfelmesse mit anschließendem Essen auf der Feistritzer Alm eingeladen. Es gilt das erste Jahr nach "Legende" Franz Mörtl und Nachfolger Christof Mörtl sportlich, eucharistisch, lukullisch und anschließend orgiengleich Revue passieren zu lassen. Am Sammelpunkt im Gasthof zur Post in Feistritz werden an die 50 SängerInnen zur Anfahrt auf die Alm in PKW's verteilt, um danach die ca. 300 Höhenmeter auf den Gipfel in Angriff zu nehmen. Zupnik Stanko Trap, der allseits beliebte Hochwürden von Feistritz und Umgebung, segnet bei Kaiserwetter im Rahmen einer eindrucksvollen Gipfelmesse seine mehr oder weniger braven Schafe. Ob der eine oder andere Teilnehmer eine ausführliche Beichte benötigt hätte, um für das vergangene Sängerjahr die Absolution zu erhalten, entzieht sich meiner Kenntnis, doch alle haben inbrünstig die Missa Cellensis gesungen und sich damit sicherlich einen Bonus beim Herrgott erworben.

Smole Peter, Bassist der SGO und einer der letzten verbliebenen Fleischermeister des Gailtals, zeichnet verantwortlich für die Köstlichkeiten einer Schlemmerei, Johannes Truppe grillt wie ein Teufel, ignoriert aber die hungrigen Gailtaler. Erst unser Oberinspektor Philipp sorgt mit strengem Blick für den alimentären Ausgleich der hungrigen Freunde, wie der durch Wanderung und Hitze entstandene Flüssigkeitsverlust substituiert wird, ist individuell verschieden, mir persönlich ist Wasser aber einfach zu trocken.

Ein paar lustigen Stunden mit Gesang, Tanz und angeregten Gesprächen folgt eine Nachlese in der Post. Nachdem ein prominenter Sangeskollege (unabsichtlich) meine ohnehin ausreichende innerliche Benetzung mit Bier unnotwendigerweise auch äußerlich anwendet, ziehe ich als begossener Pudel von dannen.

Am Donnerstag zuvor probte ich zum ersten Mal in einem gemischten Quartett, in dem Verna Wurzer Sopran, Christina Primschitz Alt und Franz Mörtl Tenor singen. Die beiden Damen sind Mitglieder der Singgemeinschaft Oisternig und Franz & ich geben das Letzte, denn auf Grund der hohen Notation nähern wir uns im Brustton der Überzeugung den Grenzen unserer stimmlichen Kapazität. Johann Sebastian Bach's Choral "Es ist genug" ist allerdings auch ein höchst selektiver Ausruf an den Allmächtigen. Im Rahmen unseres Auftritts im Konzerthaus Klagenfurt fasste Franz den Auftrag, mit einem Quartett diesen Choral zu singen, gleich mit aus. - Klaus -

Obmann mit Göttergattin

Prominenter mit Tochter!

5 Minuten nach Aufstieg von Vorderberg (!) ist der "Alte" schon wieder frisch .... a Wahnsinn!!!



28.6.2010: 

Probe bei Gerhard: ähnlich einer dringlichen, parlmentarischen Anfrage vergattert uns der Obmann zu einer unvorhergesehenen Probe und um nicht - wie beim letzten Mal - 5 Minuten früher zu kommen und trotzdem 5 Minuten nach den anderen einzutreffen komme ich diesmal 10 Minuten früher, um nicht 5 Minuten zu spät zu sein. Bei subtropischen Temperaturen sitzen wir auf der Terrasse und da die Zeit schon fortgeschritten ist, tischt Waltraud leichte Kost in Form von Schweinernem, Serviettenknödel und Krautsalat auf. Eine Flasche Prosecco wird geleert, um die erstmalige Großelternschaft der Hohenwarters und die bestandene Matura meines Jüngsten entsprechend zu würdigen. Der Aufgabenkatalog rund um die Entstehung unseres Liederbuches und die geplanten konzertanten Einführungsveranstaltungen ist ein aufwendiger und nachdem unser Winterschlaf im Sommer stattfindet, müssen wir schon jetzt entsprechend disponieren. - Klaus -



11.6.2010: 

Auftritt in Zell Pfarre: das Singen unter der Linde - KONCERT POD LIPO - wird von PEVSKO DRUSTVO SELE, dem 1953 gegründeten Gesangsverein von Zell veranstaltet. Die Fahrt in das Hochtal ist eindrucksvoll, die herrlichen Gipfel, gepflegten Wiesen und Wälder entlang der "Periadriatischen Naht" muß man einmal gesehen haben. Ausreichende Beschreibungen liefern unser Obergeograph Gerhard und Gerald, der mit seinem Schwiegervater dieses Gebiet oft durchwandert hat.

Wir werden von Roman Verdel, dem Veranstalter und Leiter der MePZ PD Sele empfangen. Die Kulisse unter der mächtigen Linde ist eindrucksvoll und der Chor beginnt den Abend mit recht anspruchsvollen und modernen Sätzen bekannter Volkslieder wie "Dekle na vrtu zelenem" oder "Kje je moj mili dom".

Nachdem der Sauerstoffpartialdruck in nahezu 1000 m Seehöhe für die cerebrale Performance der mit fortgeschrittener Sklerose der Hirnarterien behafteten Gailtaler alles andere als zweckdienlich ist, starten wir mit einem beinahe "black out", doch nachdem uns ein Glas Wein kredenzt wird und so für eine heimelige Atmosphäre wie beim Kirchtagssingen unter den heimischen Linden gesorgt wird, kommen wir wieder in Schwung.

Sehr gefreut haben wir uns über die Präsenz von Valentin Inzko, dem Bosnien Beauftragten, der den Einklang und die Freude des Abends sichtlich entspannt genießen konnte. Mein lieber Freund aus Studentenzeiten in Graz, Hofrat Dr. Peter Waldhauser, ein Mehroktavensänger und äußerst musikalischer Schöngeist, erfreute sich an den jugendlichen Stimmen von LAWA, einem ganz jungen Ensemble, in dem seine Nichte und Neffen mitwirkten. Köstlicher Prosciuto crudo, Käse, Oliven und süffiger Rotwein stärkten uns nach einem schönen und lauen Juniabend, Inspektor Philipp brachte uns alle kurz nach Mitternacht zum Treffpunkt bei Gerald, srecno, Klaus!

Danica Urschitz-Thaler und Franz

PEVSKO DRUSTVO SELE

Peter Waldhauser mit den 5 Gailtalern

Vladimir Smrtnik und Franz

Valentin Inzko und Franz



29.5.2010: 

Auftritt in St. Stefan im Lavanttal: "Kumm her - Hear zua", auf deutsch "nähere Dich und lausche", ist das Motto eines Abends, zu dem LAVANTTAL VOCAL, ein im heurigen Jahr gegründetes Männerquintett, den MGV Lavamünd, das Wietinger Trio und uns eingeladen hat. Im vor kurzer Zeit erbauten und sehr gut gefülltem Musiksaal herrscht eine ausgezeichntete Akustik, die von allen Beteiligten gut genützt werden kann. Der Abend ist außerordentlich abwechslungsreich, jede Gruppe bemüht, sich entsprechend in Szene zu setzen und das Publikum unterhält sich wirklich gut. Ein Kompliment an Lavanttal Vocal für den guten, in kurzer Zeit erworbenen harmonischen Klang und für die perfekte Organisation der Veranstaltung. Dieses Event war eine Reise wert und wir würden uns freuen, wieder einmal im Lavanttal auftreten zu dürfen, Klaus.



27.5.2010: 

auf der Burgruine Landskron sind wir zusammen mit der Singgemeinschaft Oisternig für die musikalische Umrahmung des 60. Österreichischen Städtetages verpflichtet worden. Eine vom künstlerischen Standpunkt betrachtete Veranstaltung notwendig wie ein Kropf, denn ein eventuell aufkeimendes Interesse am Gesang wurde durch den stetig und kräftig blasenden Wind sofort erloschen. Das Highlight an diesem Tage war die Show der Greife. Selbst ein Falke hat selten die Chance, vom Haupt des Häupls ein Stück Fleisch im Sturzflug zu rauben! Der promovierte Zoologe und Bürgermeister Wiens hielt sein Häuptl so ruhig wie weiland Wilhelm Tell's Sohn und das sind die Sensationen, die das Publikum sehen will. An diesem Nachmittag schoß Franz Schüttelkopf mit seinen Greifvögeln sprichwörtlich den Vogel ab und nach den Singvögel der SGO und der 5G krähte danach kein Hahn mehr. Am glücklichsten war wohl unser Gerhard, der seinen unwesentlich jüngeren Schulkollegen, Altbürgermeister Leopold Guggenberger, traf. Die beiden waren unzertrennlich und hatten sich anscheinend viel zu erzählen. So sangen dann, unterstützt von Franzens Neffen Janko und Nico, nur noch 4 Gailtaler! - Klaus -

zwei Schulfreunde

SGO in der Arena der Burgruine Landskron



17.5.2010: 

Probe bei Gerald: die ansonsten an Raubtierfütterungen erinnernden Verköstigungen im Rahmen unserer Proben erfahren diesmal durch Waltraud eine ungewohnte und doch reizvolle vegetarische Variation. Nachdem sie eine würzige Quiche kredenzt hat, sind wir eigentlich alle satt, doch es ist noch nicht zu Ende! Den mit grünem Spargel aus dem Lavanttal gefüllten Omletts kann einfach keiner widerstehen und vor allem die zwei "Oldies" des Quintetts, Gerhard und Franz, zeigen uns schaurig faszinierten "Jungen", wo es lang geht ... sie vernichten sogar noch eine Nachspeise!

Trotz maximalem Zwerchfellhochstand sind die geprobten Lieder sauber interpretiert und wir sinken auch nicht, die Akustik im Hause Karnel ist einfach sensationell und trägt die fetten Gailtaler auf einer trügerischen Wolke. - Klaus -



12.5.2010: 

heute Nacht ist Elisabeth Mörtl im 97. Lebensjahr friedlich zu Hause eingeschlafen. Es entsprach dem Wunsch der Angehörigen, die letzten Wochen mit der Mutter zu verbringen. Wir hatten uns mit einem Lied schon am 31.3. gesanglich verabschiedet, doch Elisabeth schloß erst sechs Wochen danach für immer ihre Augen. Mit Gitta Zwitter und unserem Franz hat sie der Welt zwei äußerst musikalische, einnehmende und stets freundliche Menschen geschenkt. Nach dem frühen Tod Ihres Mannes war es für Frau Mörtl sicher nicht leicht, als alleinerziehende Mutter zwei Kinder auf das Leben vorzubereiten, aber Sie war mehr als erfolgreich.

In früheren Zeiten gab es im Hause Mörtl keine Probe, bei der wir nicht Oma Mörtl begrüßten und ich küßte Sie traditionsgemäß als "Gschwachta" immer auf die Wange. Sie mochte mich wahrscheinlich auch deshalb, weil im Haus Mörtl eher in höheren Tonlagen gesungen wird und Ihr offensichtlich auch die tieferen Regionen meiner Stimmlage sehr gut gefallen haben. Es war mir eine Ehre, Sie durch die letzten Wochen ärztlich begleiten zu dürfen und wir Gailtaler werden uns immer gerne an die Mutter Franzens erinnern. - Klaus -



1.+2.5.2010: 

MISSA CELLENSIS: wenn 80 % der 5 Gailtaler in einem musikalischen Projekt integriert sind, so sollte das eine Eintragung in der Chronik wert sein. Bis auf Philipp, der die offensichtlich schlecht organisierte, ihre Mitarbeiter über alle Maßen belastende Exekutive kontinuierlich unterstützen muß, waren alle dabei. Die Singgemeinschaft Oisternig führte am 1. Mai in Maria Saal und am 2. Mai in Millstatt die wunderbare Messe von Joseph Haydn auf. Gerald war nicht nur im Chor, sondern auch als Solist tätig, die "Legende" Franz unterstützte den Tenor und Gerhard & Klaus versuchten den personell ohnehin gut besetzten Bass zu verstärken.

Christof Mörtl, der die Chorleiteragenden von seinem Vater Franz im Vorjahr übernommen hatte, merkte man die Spannung, die rund um eine derartige Aufführung mit Orchesterbegleitung entstehen muß, nicht an. Souverän und umsichtig führte er nicht nur die Sänger der SGO, sondern auch die exzellenten Profimusiker durch die beiden gut besuchten Abende. Man kann nicht mehr Anerkennung durch das Publikum erfahren, als minutenlange, stehende Ovationen bei beiden Aufführungen!

Unter den Solisten übernahm Gerald die relativ kurze Bassrolle, Gabriel Lipus kennen wir als Tenor schon viele Jahre, Katinka Krisper ist eine bekannte Altistin und das Gastspiel von Ursula Langmayr kam glücklich zustande, wenn man die sympathische und unkomplizierte Sopranistin hört, weiß man aber sofort warum. Das Orchester unter Primgeiger Helmut Rosson fügte sich an beiden Abenden geschmeidig und unaufdringlich in das Geschehen ein.

Gerhard wurde bei seiner Dankesrede für den Chor sehr sentimental, doch dies war für mich verständlich, wurde er doch am Samstagabend zum ersten Mal Großvater. Franz konnte es, obwohl erstmalig "nur" als Gastsänger im "eigenen" Chor tätig, nicht lassen, die einen oder anderen Giftpfeile Richtung Bass zu senden. Nachdem ich aber weiß, daß dieses Geplänkel nur Ausdruck der Unsicherheit in den eigenen Reihen ist, die Bassisten auch allesamt eine tadellose Leistung bei beiden Konzerten ablieferten, verliefen die haltlosen Anschuldigungen unsicherer Fugenabläufe im Sand. Müßig zu erwähnen, daß selbst ein Sänger aus den eigenen (Tenor-) Reihen die stimmliche Präsenz der Bassisten weitaus höher als die des Tenors wertete. Die restlichen 20 % des Quintetts glänzten durch fadenscheinige Entschuldigungen bezüglich der unfassbaren Abwesenheit bei beiden Konzerten, den Verfasser der Zeilen hat es sehr gefreut, wieder einmal klassisch - anspruchsvolle Chorliteratur zu singen. Die Möglichkeiten der SGO sind beileibe noch nicht ausgeschöpft, das Potential des Chorleiters und der Sänger (-innen) ist gewaltig ... vielleicht gibt es ein Wiedersehen?! - Klaus -



27.4.2010: 

Probe bei Klaus: in dem unausgesprochenen, aber offensichtlich laufenden Bewerb um den goldenen Kochlöffel blendet sich auch meine Göttergattin ein. Ich wußte vom ausgiebigen Vorkosten und Abschmecken der Truthahnstücke, garniert mit Steinpilzen, die ich tags zuvor unterm Schnee hervorgraben mußte, daß es meinen Freunden schmecken würde. Sogar Franzens einschlägig bekannte Wolllust konnte mit einer verführerischen Roulade saturiert werden.

Nachdem wir seit 1995 ohnehin schon 6 CD - Aufnahmen mit entsprechend vielen Liedern aufgenommen haben, wollen wir von einer neuerlichen Produktion Abstand nehmen. Viele der Lieder, die wir als Neuigkeiten offeriert hätten und deren Wiederbelebung bzw. Niederschrift wir uns zweifellos an die Fahnen heften dürfen, sind bereits von anderen Gruppen übernommen und aufgezeichnet worden. Es hätte also nicht nur ein wenig Brisanz gefehlt, sondern auch der Eindruck entstehen können, daß wir sozusagen vom Copyright zum Plagiat gewechselt wären. Dies wollten wir vermeiden, werden aber nicht anstehen, bei Konzerten und Auftritten "unsere" Interpretationen, die meines Erachtens beileibe nicht die schlechtesten sind, zu präsentiern. Auch im Liederbuch werden die neueren Errungenschaften niedergeschrieben sein.

Für Gerald bleibt in den nächsten Tagen noch einiges an Korrekturarbeit für das Buch und die solistische Tätigkeit beim unten angefürten Event, Philipp wird einigen Frühjahrsrasern kräftig die Hand schütteln, Gerhard, Franz und ich unterstützen die Singgemeinschaft Oisternig. Die "Missa Cellensis" von Joseph Haydn wird am 1. Mai in Maria Saal und am 2. Mai in Millstatt zur Aufführung gebracht! - Klaus -



16.4.2010: 

Einer Einladung folgen wir nach Kapellen in die Steiermark, "Karnterisch g'sungen, steirisch g'sponnen" ist das Motto des Abends. Der Name "Spinnrunde Kapellen" soll in diesem Falle nicht irre führen, denn rührige Damen spinnen aus Schafwolle geschmackvolle Kunstwerke und sind allesamt ganz lieb und nett. Sie mußten Einiges über uns in Erfahrung gebracht haben, denn bei der Anfahrt proben wir einige Lieder, die wir schon länger nicht mehr angestimmt hatten, von den Spinnerinnen jedoch telefonisch bei Franz vorbestellt wurden. So singen wir, kleinen Wurlitzern ähnelnd mit zittrigen Stimmen - die rumpeligen Fahrbahnen lassen das Auto unentwegt vibrieren - das Programm des Abends durch.
Der Empfang für Kärntner Sänger in der Steiermark ist immer herzlicher Natur, zu den Dingen, die wir den Steirern voraus haben, zählt zweifellos der melodische Gesang. Die Frontfrau der Spinnrunde, Ingrid Deininger, weiß über unsere Lieder und die Sänger eigentlich besser Bescheid als wir selbst, ich gewinne den Eindruck, daß sie mich mir selbst vorstellt. Gerhard und Franz fallen angesichts eines sportlichen Idols ihrer Jugendzeit fast in Ohnmacht, doch die 2 -fache Bronzemedaillengewinnerin in Olympiaabfahrten, Traudl Hecher - Görgl, beruhigt die beiden außer Rand und Band befindlichen Oldies. Auch Traudl ist Mitglied der Spinnrunde, die im Verlauf des Abends im Rahmen einer Modeschau wahre Prachtstücke an gestrickten, gefilzten und gewebten Textilien vorstellt. In einem atemberaubenden Catwalk, dem sogar Karl Lagerfeld einiges abgewinnen könnte, präsentieren attraktive Damen und gestandene Herren die in unzähligen Arbeitsstunden gefertigten Modelle.
Wir lockern mit unseren Vorträgen die Show ein wenig auf, freuen uns über ausreichenden Applaus, postkonzertalen Komplimenten und ein köstliches Dinner vor der Heimreise. Gerald führt seine Gesangskollegen, die bei der Heimfahrt nicht mehr singen, sondern schlafen, sicher nach Hause, die über 2 1/2 Stunden dauernde Fahrt endet erst eine Stunde nach Mitternacht in Villach. Vielleicht gibt es ein Wiedersehen im Mürztal? - Klaus -

Philipp mit der charmanten Organisatorin des Abends Ingrid Deininger

Besonders Franz und Gerhard verehrten ihr ehemaliges Idol Traudl Hecher-Görgl



12.4.2010: 

Probe bei Gerhard: Waltraud tischt nicht nur den saisonal dominierenden und herrlichen Röhrlsalat auf, sondern stärkt uns auch anderwertig ausreichendst. Ein Durchlauf der für Freitag vorgesehenen Lieder, die uns wieder einmal in die grüne Mark der Kröpfe führen wird, geht recht flüssig voran. Danach singen wir noch einige Lieder, die Franz für das Liederbuch gesetzt hat an. Die Biographien der Sänger und die Geschichte der 5 Gailtaler sind schon niedergeschrieben, der Rechnungsbericht über beinahe 35 Jahre gemeinsamen Gesanges nimmt immer mehr Formen an - Klaus -



31.3.2010: 

Probe bei Franz: diesmal gibt es ein intensives Briefing mit Klaus Krieber vulgo Don Claudio, einem Basskollegen der Singgemeinschaft Oisternig und EDV Spezialisten, der schon das gesamte Procedere um das Singbuch der SGO abwickelte. Er wird all seine Erfahrungen bei unserem Projekt einfließen lassen und gleichzeitig auch die Homepage etwas zeitgemäßer und benutzerfreundlicher gestalten. Gerda serviert ein dem Aschermittwoch noch gerade angepasstes, aber umso wohlschmeckenderes Menü, welches ich aus ethnisch - moralischen Gründen diesmal nicht in extenso beschreiben möchte.
Wir alle sind ausgesprochen faul, auch nicht besonders bei Stimme und da es in unserer Gruppe keine Zwänge gibt, wird die Probe wegen mangelndem Engagements aller Sänger bald abgebrochen. Ein Abschiedslied wird aber noch gesungen! Elisabeth Mörtl, Mutter von Franz und im 97. Lebensjahr befindlich, ist, nicht mehr ansprechbar, aber friedlich schlafend, am Ende ihres bewegten Lebens angelangt. Keiner weiß, ob sie unser Lied noch gehört hat .... Klaus.



23.3.2010:  In der Kärntner Tourismusschule in Warmbad Villach hat Gerald, der am 14.3. seinen 50. Geburtstag feierte, seine ergrauten Mitsänger samt Gattinnen zu einem historisch bedenklichen, aber umso gemütlicheren Treffen eingeladen. Das jüngste Quintettmitglied hat unsere Gruppe mit seinem runden Jubiläum endgültig vom Mesozoikum ins Paläozoikum versetzt und einen fossilienhaften Status eingeleitet, der uns alle eigentlich sehr traurig stimmen sollte, an diesem Abend allerdings zu keinem Zeitpunkt in seiner Tragweite perzipert bzw. akzeptiert wird. Man soll die Feste feiern wie sie fallen, zum Nachdenken bleibt ja noch Zeit.

Es beginnt mit einer typischen Ehrerbietung der 4 Gailtaler Gratulanten: die einschlägig bekannten Burschen fürs Grobe zeichnen sich durch durchdringendes Harmonikaspiel (Philipp) und Lieder mit anzüglichen Texten (Gerhard), die etwas zarter Besaiteten durch feinsinnige Texte (Franz) und eine süffisante Laudatio (Klaus) aus, doch letztlich lassen gemeinsam gesungene Weisen alles Dargebotene, ob passend oder nicht passend, anzüglich oder fromm, richtig oder falsch, in einem kollektiv zelebrierten Rausch des Vergessens, Verzeihens und Verbrüderung, wie eine Revue erscheinen ... war ja alles schon mehrmals durchzustehen! Gerald ist ja bekannterweise sehr cool, kennt uns doch schon lange und so spiegelt seine Mimik an diesem Abend nicht nur Betroffenheit, sondern auch Wohlgefallen und letztlich Akzeptanz wider, man kann nach dieser langen, gemeinsamen Zeit letztlich keinem Böse sein.

Es ist müßig, in einer Vorzeigeschule wie dieser, über die Qualität der feilgebotenen festen und flüssigen Nahrunsbestandteile zu diskutieren, bisweilen deucht mir, bei unseren Zusammenkünften nicht Sänger, vielmehr aber Vorstandsmitglied bei Gault Millau zu sein. - Klaus -



23.3.2010: 

Gerald Karnel 50: Am 14.3.1960 erblickte unser jüngstes und frischestes Mitglied in Villach das Licht der Welt. Als Einzelkind umhütet, aber keinesfalls verwöhnt, rühren seine ersten Kontakte mit der Musik schon von der frühen Gymnasialzeit her. Wer im Peraugymnasium von Johanna Wedenig unterrichtet wurde, bekam automatisch nicht nur sehr vieles von der Musik, sondern vor allem die Kunst des Singens mit auf seinen zukünftigen Weg. Als ich Gerald in den 1970-er Jahren in Graz beim neu gegründetem Studentenchor "pro musica" zum ersten mal kennenlernte, war ich nicht nur von seinen stimmlichen Vorzügen, sondern auch von den technischen Fertigkeiten beeindruckt. Ich war sicher gut bei Stimme und ausgezeichnetem Gehör, doch die Fähigkeiten, von einem Notenblatt wie aus einer Zeitung zu lesen, waren mir fremd und wurden von Gerald bei Neueinstudierungen der zum Teil sehr anspruchsvollen Chorliteratur nahezu lässig und vor allem ohne Präpotenz demonstriert. Mit ein paar anderen Bassisten, die über kräftige und gute Stimmen verfügten, fundamentierten wir den Chor ausreichendst.

Das eine oder andere Mal kreuzten sich unsere Wege bei der Balz um die vielen, nicht nur mit stimmlichen Vorzügen ausgestatteten Grazien des lebenslustigen Ensembles, doch wurden die kontinuierlichen, jedoch niemals strittig ausgeführten Avancen sehr bald unterbrochen ... eine Sängerin arretierte Gerald aus dem ständigen Werben und Buhlen endgültig ... und noch heute hält sie Ihn unter Verschluß!

Unsere Wege trennten sich Anfang der 1980 -er Jahre, denn Deine akribischen Fähigkeiten erstreckten sich weit über die musikalische Notengebung hinaus und fanden erst im Studium kompliziertester mathematischer Berechnungen an der Universität in Wien einigermaßen adäquate Wertschätzung und entsprechende Beanspruchung. Als promovierter Dipl. Ing. Dr. fandest Du den Weg aus Wien zurück nach Kärnten und wieder kreuzten sich unsere Wege. Wir beide fanden Aufnahme im LKH Villach, zum Singen war der neue Arbeitsplatz relativ ungeeignet, aber wir hatten Kontakt.

Dieser war auch verantwortlich dafür, daß Du Dich ab 1994 den 5 Gailtalern angeschlossen hast. Die unerwartete Lücke, die Erich Bauer mit seinem Ableben aufgetan hat, hast Du innnerhalb kürzester Zeit geschlossen und dem Quintett den Weiterbestand ermöglicht.

Waltraud, die Dich seinerzeit aus dem Liebeskarussell ausgesondert hatte, ist Dir nach wie vor innigst verbunden und Eure drei Kinder Anna, Mathias und Simon sind die erfüllten Hoffnungen einer Beziehung, die in Studentenzeiten begonnen wurde. An sich eine in Zeiten wie diesen kaum mehr gesehene Kontinuität, die Du aber auch bei Deinen älteren Mitsängern des Quintetts bewundern konntest und daher moralisch nahezu aufgefordert warst, diesbezüglich nicht auszubrechen und es ihnen gleich zu tun. Es ist schön, behaupten zu können, daß dies noch immer bei allen der Fall ist!

Nachdem Du in einem herrlichen Haus wohnst, beruflich in gefestigter Position befindlich bist und es nur noch kurze Zeit dauern kann, bis Deine Kinder ohne Hilfsmittel das Empire State Building erklettern, liegt es als Jüngster an Dir, Deine senilen Sangeskollegen auch in Zukunft zu motivieren, sie zu unterstützen und ihnen ihr gesangliches Ausgedinge möglichst angenehm zu gestalten. Die Kraft Deiner Jugend sollte das eine oder andere gemeinsame musikalische Jahr ohneweiters ermöglichen, wir wissen, daß Du dieser Aufgabe mehr als gewachsen bist und werden Deinen innovativen Ideen, so lange es möglich ist, Folge leisten. AD MULTOS ANNOS CUM VIRIBUS UNITIS, SERVUS CLAUDIUS!



22.3.2010: 

Probe bei Philipp: ein Bild der von Waltraud und Philipp offerierten Abendjause sollte demonstrieren, wie gut es uns allen immer geht. Die bei jeder Probe großzügist offerierten Kalorien machen uns Gailtaler auch körperlich zu einem ansehnlichen Klangkörper, altersmäßig ist ja, davon werde ich aber erst morgen berichten, die Gruppe in epochale Dimensionen entglitten.

Vieles gibt es zu besprechen und zu organisieren, neben den Vorbereitungen für unser Liederbuch wird nach einem kollektiven Schlaganfall die Aufnahme einer neuen, letzten CD im Sommer beschlossen! Einige recht unterhaltsame Lieder, die wir bereits konzertant aufgeführt haben und eine große Sammlung von Weisen, die wir noch durchackern werden, sollten ein ansprechendes, letztes Manifest ermöglichen.

Die adäquate Zuordnung der Nachspeisen wurde diesmal dokumentiert und dürfte den aufmerksamen Besuchern unserer Homepage inzwischen geläufig sein, Klaus!

"Gailtaler Abendmahl"

"die Passion Franzens"



5.-7.3.2010: 

Seniorennachmittage im Congress Center Villach. Schon vor Jahren haben wir an der Veranstaltung, bei der das Kongresshaus Villach an drei Tagen mehr als gut gefüllt ist, teilgenommen. Der Bürgermeister der Stadt Villach, der sich schon mehrmals als Fan von 5 Gailtalern geoutet hat, lädt alljährlich die interessierten Pensionisten zu einem unterhaltsamen Konzert ein. Diesmal sind unter der Conference von Gerhard Lepuschitz die Schuhplattlergruppe "Almrausch" Sattendorf, die Villacher Blas, das Harmonikaduo Manuel und Christian und unsere Wenigkeit zur Unterhaltung aufgeboten.
Es läuft recht gut und die Aufmerksamkeit der Zuhörer ist trotz Ausschank auf den Tischen bemerkenswert. Unser Obmann Gerhard lädt seine getreuen Sänger nach der letzten Veranstaltung zu einem Abendessen ins Holiday Inn ... das haben sie aber auch verdient! - Klaus -



1.3.2010: 

Probe bei Gerald: eigentlich sind wir allesamt ausreichend fett - nur das Gesamtalter ist höher angesiedelt als unser aller Body Mass Index - aber immer wieder wird bei den Proben aufgetischt, daß eigentlich die Hälfte genug wäre und keiner ist imstande sich zu kasteien. Nicht einmal in Zeiten wie diesen, in denen Fasten angesagt ist, können wir der unverschämten Versuchung, die uns Waltraud auftischt, widerstehen. Frische Maischln, Blutwurst und Kraut als Fastenspeise zu interpretieren kommt nicht einmal uns in den Sinn, aber alle langen hemmungslos zu. Auf die Verzückung, die sich bei einem Mitglied angesichts edler Süßigkeiten, die mit eine Creme aus Schlagobers, Kakao und Cognac raffiniert verfeinert sind, wiederspiegelt, bin ich schon in extenso eingegangen. Es grenzt immer wieder an ein Wunder, daß nach derartigen Gelagen auch noch geprobt werden kann, aber mit letzter Kraftanstrengung gelingt auch dies. - Klaus -



21.2.2010: 

Willi Millonigg 90! Der ungemein rüstige Schwiegervater Franzen's, Willi Millonigg, feiert seinen 90. Geburtstag. Nachdem wir zum 80. vor 10 Jahren eingeladen waren, aber nicht kommen konnten, bringen wir diesmal ohne Eintrittskarte ein Ständchen für den verdienten Sänger. Es gibt wohl kaum eine Gesangsgruppe im unteren Gailtal, bei der Willi nicht einmal dirigiert hat, auch Franz und ich unterstützten vor 25 Jahren das damalige Ensemble von Willi bei der Aufführung einer Haydn - Messe. Nur wenig Gleichaltrigen ist es beschieden, derart agil und vital dem Hunderter zuzugehen, der pensionierte Volksschuldirektor scheint von Jahr zu Jahr umtriebiger und gesünder zu werden! Wir freuen uns jetzt schon auf den Hunderter! - Klaus -



1.2.2010: 

Probe bei Klaus: heuer konnte ich von meiner alljährlichen Wildschweinjagd in Ungarn Wildpret mitnehmen und wie weiland Asterix & Obelix kann ich meine Freunde mit den wilden Genüssen von Schwarzwild schon vor dem ersten gesungenen Lied tierisch gut einstellen. Unsere zuletzt aufgenommene CD - "DAHAM" - mit insgesamt 26 Titeln muß noch zu Papier gebracht werden. Es geht recht flott dahin und nun sind, bis auf wenige Ausnahmen, alle Lieder für unser Buch druckfertig. Beim Procedere rund ums Dessert sind naturgemäß alle Augen auf Franz gerichtet, doch dieser hat an diesem Tag heldenhaft eine Untersuchung des gesamten Gastrointestinaltraktes erduldet und spielt auch beim Tira mi su den starken Mann ... nur eine Portion! - Klaus -



25.1.2010: 

Probe bei Philipp: emsig und unbeirrbar schreiten 5 Gailtaler den gemeinsam beschlossenen Weg fort und stürzen sich über die Noten der 2002 aufgenommenen CD "10 Jahre". Waltraud stärkt uns mit deftigem Gulasch, der Wadschinken ist derart mürb, daß man ihn mit der Gabel "schneiden" kann. Dermaßen roboriert haben wir die schlichten Sätze der Volkslieder bald perfektioniert. Die aufkeimende Unterzuckerung in den ohnehin nicht mehr sauerstoffreichen Gehirnen der Gailtaler kupiert die Gastgeberin mit Schokolade Omeletts und unser "Süssester", Franz, schließt beim Genuß von Glucose wie immer verzückt - einem balzenden Auerhahn gleich - die Augen. Als er sie wieder öffnet ist das Glück perfekt, denn Gerald verfügt als jüngstes Mitglied anscheinend über genügend Glykogenspeicher und schiebt die für ihn bedachte Nachspeise in Franzens Richtung. Die fadenscheinige, keineswegs glaubhafte und komödienhaft inszenierte Ablehnung unseres Naschkaters kennen wir zur Genüge, denn wir wissen, daß Franz ohne den Verzehr von zumindestens zwei Desserts nie und nimmer existieren könnte und sich immer wieder einer des Quintetts "opfern" muß, um Franz bei Laune zu halten.

Also nichts Neues von 5 Gailtalern außer, um Gerhard zu zitieren: es geht stetig aufwärts ... zumindestens altersmäßig! - Klaus -



11.1.2010: 

Probe bei Gerhard: ausgesprochen emsig beginnen wir das neue Jahr! Nachdem uns Waltraud mit zartmürbem Kalbsfleisch in Laune gebracht hat werden alle von Franz bereitgestellten Lieder der "typisch" CD unter die Lupe genommen. Diesmal wird uns zum ersten Mal vor Augen geführt, daß wir ein Quintett sind! Die Sanktionierung der Tenor- bzw. Bassnoten stellt kein wirkliches Problem dar, aber optimale Quintessenzen zu finden gestaltet sich sehr aufwendig! Es schleichen sich im Laufe der Jahrzehnte kleinere Fehler in den Interpretationen ein - Altmeisterin Gretl Komposch vom Grenzlandchor bezeichnete diese seinerzeit als "Unkrautgarten" - und erst beim exaten Studium der Noten erkennt man suboptimal ausgeführte Akkorde. Die Lücken dieser Passagen müssen in den meisten Fällen von der Quint ausgefüllt werden und an diesem Abend dreht sich alles um Gerhard. Die mehrere Oktaven beherrschende Stimme unseres Obmanns füllt lückenbüßerisch einmal in den höchsten, das andere Mal in den tiefen Lagen, die Harmonien aus. Immer wieder wird er nahezu militant von Franz aus den höheren oder von Gerald aus den tieferen Lagen "vertrieben" und muß sein Dasein in den entmilitarisierten Zonen fristen. Mit Geduld, Ausdauer und Fleiß meistert Celi letztlich alle Anforderungen ohne immer nur klein beizugeben ... nach 35 Jahren Quintgesang läßt er sich die eine oder andere Note von keiner anderen Stimme nehmen ... da müssen dann die restlichen Kollegen ausweichen und freie Bahn für Gerhard schaffen. - Klaus -